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Die belgische Küste und Natur: 67 Kilometer Nordsee und mehr

Turistic Belgium · 27.07.2026

Obwohl Belgien für seine Städte und seine Küche bekannt ist, verbirgt das Land eine überraschend abwechslungsreiche Natur. Die belgische Küste erstreckt sich nur über 67 Kilometer entlang der Nordsee, doch auf diesem schmalen Streifen liegen breite Strände, mondäne Badeorte, Belle-Époque-Villen und geschützte Dünen. Und im Landesinneren warten Wälder, Heideflächen und die welligen Ardennen. Dieser Leitfaden führt Sie zu den schönsten Orten, mit Tipps zur Jahreszeit und zur praktischen Seite.

Die Küstentram: die längste Straßenbahnlinie der Welt

Das Wahrzeichen der belgischen Küste ist die Küstentram, der Kusttram. Diese Straßenbahnlinie fährt über die volle Länge der Küste, von De Panne nahe der französischen Grenze bis Knokke-Heist nahe der niederländischen Grenze, über etwa 67 Kilometer. Sie ist die längste Straßenbahnlinie der Welt, die als durchgehende Verbindung betrieben wird. Die Tram bedient fast jeden Badeort und ist die ideale Art, die Küste ohne Auto zu erkunden. Mit einem einzigen Ticket reisen Sie den ganzen Tag am Meer entlang.

Ostende, Knokke-Heist und De Haan

Jeder Badeort hat seinen eigenen Charakter:

  • Ostende ist die größte Küstenstadt und die Geburtsstadt des Malers James Ensor. Neben dem weiten Strand und dem geschäftigen Hafen finden Sie hier Museen, einen lebhaften Fischmarkt und eine starke künstlerische Tradition.
  • Knokke-Heist gilt als der eleganteste und mondänste Badeort. Schicke Boutiquen, zahlreiche Kunstgalerien und gepflegte Promenaden ziehen ein wohlhabendes Publikum an.
  • De Haan bewahrt eine einzigartige Belle-Époque-Kulisse mit weißen Villen und Gartenvierteln. Albert Einstein hielt sich hier 1933 nach seiner Flucht aus Deutschland kurz auf.

Breite Strände und Häfen

Im Westen liegt De Panne, berühmt für seine besonders breiten Strände bei Ebbe, beliebt bei Strandseglern. Ganz in der Nähe erstreckt sich das Naturreservat Westhoek mit einer beeindruckenden Dünenlandschaft, die manchmal die belgische Sahara genannt wird. Weiter östlich bietet Blankenberge eine historische Seebrücke, die weit ins Meer hinausragt, während Zeebrügge einer der größten Häfen des Landes und zugleich ein lebendiger Fischereihafen ist.

Die Pferdefischer und das Zwin

Zwei Schätze der Natur und Kultur sollten Sie nicht verpassen. In Oostduinkerke lebt die jahrhundertealte Tradition der Garnelenfischer zu Pferd fort. Die Fischer reiten auf kräftigen Zugpferden in die Brandung und schleppen Netze hinter sich her, um graue Garnelen zu fangen. Diese einzigartige Praxis wurde 2013 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

An der Ostgrenze, bei Knokke-Heist, liegt das Zwin, eines der wichtigsten Naturreservate Belgiens. Dieses Gezeitengebiet aus Wattflächen und Salzwiesen wird der Flughafen der Vögel genannt, weil es eine entscheidende Zwischenstation auf den Zugrouten zwischen Nordeuropa und Afrika bildet. Vogelfreunde beobachten hier Reiher, Löffler und unzählige Arten von Watvögeln.

Natur im Binnenland

Auch jenseits der Küste ist Belgien reich an Natur. Südlich von Brüssel erstreckt sich der Sonienwald (Zoniënwoud), ein weitläufiger Buchenwald, dessen alte Teile seit 2017 als urtümliche Buchenwälder Europas zum UNESCO-Welterbe gehören. In der Provinz Limburg schützt der Nationalpark Hohes Kempenland (Hoge Kempen), der erste Nationalpark des Landes, ausgedehnte Heideflächen, Kiefernwälder und alte Bergbauhalden. Und im Süden wellen sich die bewaldeten Ardennen, durchzogen von Flüssen und tiefen Tälern, ideal zum Wandern und Kajakfahren.

Wann fahren und praktische Tipps

Die Hochsaison an der Küste reicht von Juni bis September, wenn das Wasser am wärmsten ist und die Strände voller Leben stecken. Wer die Ruhe bevorzugt, kommt im Mai oder September, bei mildem Wetter und weniger Andrang. Die Nordsee bleibt selbst im Sommer kühl, seien Sie also auf wechselhaftes Wetter vorbereitet. Eine Windjacke und feste Schuhe sind nie fehl am Platz. Dank der Küstentram und des dichten Bahnnetzes ist die gesamte Küste bequem ohne eigenes Auto erreichbar.

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